Hollywin beginnt an der NMS Brüsslgasse nicht mit einem Plakat, sondern mit einem Wortspiel: Halloween trifft auf den englischen Vornamen Holly. Aus diesem Kalauer wurde ein schulisches Format, bei dem Schülerinnen und Schüler kurze englische Szenen entwickeln, Kulissen bauen und die Ergebnisse in einer gemeinsamen Ausstellung präsentieren. Die Projektseite von Hollywin dokumentiert den Ablauf und zeigt, dass es nicht um ein einzelnes Fest geht, sondern um eine Woche fächerübergreifender Arbeit.
Der Ursprung: Ein Wortspiel wird zum Unterrichtsanlass
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele Jugendliche Halloween als Konsumereignis kennen, aber selten als Anlass, selbst etwas zu gestalten. Lehrkräfte griffen das auf und verbanden es mit Englisch, Kunst und sozialem Lernen. Statt Süßigkeiten zu sammeln, entwarfen die Klassen kleine Stationen: ein Vocabulary-Quiz, eine Gruselgeschichte in fünf Sätzen, eine Maskenwerkstatt und eine kurze Präsentation. Der Name bündelt diese Verbindung aus Halloween-Motiv und schulischer Identität.
Die Umsetzung: Rollen, Regeln und ein sichtbares Ergebnis
In der Projektwoche arbeitet jede Klasse an einer Station. Die Regeln sind klar: Jede Station braucht eine englische Kurzbeschreibung, ein visuelles Element und eine Aufgabe, die Besucher in unter drei Minuten lösen können. Eine siebte Schulstufe übernimmt die Rolle der Redaktion: Sie prüft Texte, layoutet Plakate und stimmt den Zeitplan mit den Lehrkräften ab. Am Ende steht eine offene Ausstellung im Schulhaus, zu der auch Eltern und Partnerklassen eingeladen werden. Das Ergebnis ist kein Bühnenprogramm für Zuschauer, sondern ein Parcours, den die Schüler selbst erklären.
Was Schülerinnen und Schüler mitnehmen
Der Lernertrag liegt weniger im fertigen Plakat als in den Zwischenschritten. Wer eine englische Anweisung schreibt, muss Adressat, Wortschatz und Kürze gleichzeitig bedenken. Wer eine Maske baut, entscheidet über Material, Funktion und Sicherheit. Wer Besucher durch die Station führt, übt Spontansprache und Körpersprache. Lehrkräfte berichten, dass besonders stillere Schülerinnen und Schüler über konkrete Aufgaben ins Sprechen kommen. Das Format wird so zum Übungsfeld für Präsentation, Teamarbeit und Feedback – drei Kompetenzen, die im Regelunterricht oft zu kurz kommen.
Warum das Format über den Aktionstag hinauswirkt
Die NMS Brüsslgasse nutzt das Format als wiederkehrenden Baustein: Die besten Stationen werden archiviert und im Folgejahr von anderen Klassen weiterentwickelt. Dadurch entsteht eine Materialsammlung, die nicht an einzelne Lehrpersonen gebunden ist. Für andere Schulen ist weniger die Halloween-Deko interessant als die Struktur: klare Rollen, kurze Präsentationen, ein gemeinsames Endprodukt und eine Reflexion nach jeder Station. Wer ein ähnliches Projekt plant, sollte mit einer einzigen Klasse und drei Stationen starten, bevor das ganze Haus einbezogen wird.